Interview mit Frau Rudzinski

Was haben Sie in den zwanzig Jahren als Schulleiterin unserer Grundschule alles erreicht?
Die Schule ist eine Ganztagsschule geworden, die Kinder aus Caputh und Ferch können von 6 bis 17 Uhr hier versorgt werden. Es gab in diesen Jahren so viele tolle Projekttage, den Schulzirkus, eine prima Zusammenarbeit mit der Kita und weiterführenden Schulen, den Digitalpakt, unseren Einsteinplaner, wir sind nun Schule für „Gemeinsames Lernen“, führen Schulversammlungen und zeichnen den „Schulheld“ aus, haben einen Schulhund u.v.m..

Haben Sie sich etwas für die nächsten Jahre vorgenommen?
Ich werde mich weiter für den geplanten Erweiterungsbau unserer Grundschule einsetzen und dafür, dass die Schule weiter in der Caputher Mitte bleiben kann. Außerdem muss unsere Schule weiter mit digitalen Medien ausgestattet werden.
Ich wünsche mir, dass auch weiterhin alle SchülerInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen und unsere Kooperationspartner gern in unsere Schule kommen und sich in unserer Gemeinschaft wohl fühlen.

Waren Sie vor der Arbeit an der Einstein-Grundschule schon an einer anderen Schule?
Ich bin jetzt hier 20 Jahre Schuldirektorin, davor war ich 12 Jahre Klassenlehrerin – zweimal von der 1. bis zur 6. Klasse. Ja, davor war ich an einer anderen Schule – und zwar in Michendorf.

Gefällt Ihnen die Arbeit an unserer Schule?
Na klar. Es gefällt mir sehr gut, hier zu arbeiten. Es ist jeder Tag sehr spannend, oft anstrengend, da immer was Ungeplantes passiert. Jetzt das Thema Ukraine, davor die Corona-Zeit… Es wird nie langweilig und bleibt immer abwechslungsreich.

Wie viele Kinder aus der Ukraine sind denn jetzt hier an der Schule?
Zurzeit haben wir hier elf Kinder. Aber vielleicht sind es nächste Woche schon 16?

Werden diese Kinder zusammen unterrichtet oder gehen sie in verschiedene Klassen?
Immer zwei ukrainische Kinder gehen zusammen in eine Klasse. Zusätzlich werden sie in Doppeljahrgangsgruppen betreut. Unterricht haben sie mit Frau Hoßfeld (Deutsch) und auch mit einer ukrainischen Lehrerin, die dolmetscht und bei Elterngesprächen hilft. Wir haben auch ukrainische Erzieherinnen, die in der iKb arbeiten. Alle LehrerInnen und ErzieherInnen geben sich sehr viel Mühe, die ukrainischen Kinder gut zu integrieren.

Wie verständigen sich die Kinder in den Klassen?
Manchmal ganz einfach mit Händen und Füßen, mit Englisch klappt es, und ein bisschen Deutsch können die Kinder auch schon. Die Lehrer zeigen ihnen, was zu tun ist oder helfen sich mit russisch.

Wie werden die Kinder denn zensiert?
Gar nicht. Es gibt für sie keine Zensuren.

Und kriegen sie am Schuljahresende ein Zeugnis wie wir?
Ja, es gibt ein Zeugnis, aber da stehen keine Noten drauf. Zusätzlich gibt es ein ukrainisches Zeugnis.

Mai 2022 – Emily, 6c