Interview mit Frau Rudzinski

Wie haben Sie die Schule erlebt, als sie geschlossen war? Waren Sie auch im Homeoffice oder in der Schule?
Es war schon eine traurige Zeit; eine Schule ohne Kinder ist wie ein leeres Haus, ein Geisterhaus. Ich war immer in der Schule, denn es gab hier ganz viel zu organisieren und zu beachten. Die gesamte Schulleitung und viele Lehrer und Erzieher waren ebenfalls im Haus. Es wurden die Kinder in der Notbetreuung versorgt, Konzepte überarbeitet und das „Zu Hause Lernen“ täglich organisiert und vieles mehr.

Was haben Sie am meisten während des Lockdowns vermisst?
Vor allem fehlten mir die Schülerinnen und Schüler, der Trubel und das Lachen auf dem Hof…

Haben Sie eigentlich Angst davor, sich selber anzustecken?
Na ja, Angst… Ich würde es eher Respekt nennen. Es wäre natürlich schon schlimm, weil ich in diesem Fall nicht in die Schule könnte; es gäbe dann so viele Aufgaben, die umgeleitet werden müssten! Das wäre organisatorisch schon wirklich schwierig und anstrengend für meine Stellvertreterin.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation an unserer Schule ein?
Es gab bei uns zum Glück noch keine einzige ernsthafte Erkrankung. Alle Lehrer, Erzieher und Kooperationspartner sind für die Kinder da; wir sind alle bemüht, einen geregelten und ruhigen Schulalltag zu gestalten. Die Schüler und Schülerinnen und auch alle Eltern verhalten sich wirklich vorbildlich! Und alle sind ja auch froh, dass Schule stattfinden kann.

Wie setzen die Schüler, Eltern und Lehrer die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen um?
Das klappt alles echt prima! Kinder und Erwachsene verhalten sich sehr vorbildlich und verantwortungsbewusst. Dafür danke ich allen.

Wann wird es an unserer Schule CO2-Messgeräte geben, damit wir im Unterricht wissen, wann wir wieder lüften müssen?
Das können wir erst umsetzen, wenn klar ist, wieviel Geld der Schule zur Verfügung gestellt wird. Außerdem muss noch geklärt werden, unter welchen Bedingungen wir diese Messgeräte anschaffen könnten und ob es notwendig ist.

Sollte die Schule doch wieder geschlossen werden: Können wir über Videokonferenzen mit unseren Lehrern sprechen?
Auf keinen Fall soll die komplette Schule geschlossen werden! Wenn in einzelnen Klassen Erkrankungen auftreten sollten, müssten wir Maßnahmen ergreifen und diese Klassen evtl. nach Hause schicken. Aufgaben wird es dann über die Homepage geben, Gespräche über E-Mails und Telefon geführt werden – und vielleicht auch über Videokonferenzen.

Ergaben sich nach Auswertung der Lernstandserhebungen bei den Schülern größere Wissenslücken?
Nein, es gibt keine großen Wissenslücken. Die Schulleitung hatte die Lehrer schon vorher aufgefordert, den Stoff, der im letzten Schuljahr kaum oder gar nicht vermittelt werden konnte, aufzuschreiben. Dieser sollte am Anfang des aktuellen Schuljahres wiederholt werden – und das hat gut geklappt. Festgestellt haben wir, dass viele Schülerinnen und Schüler während der Zeit der Schulschließung oder dem Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht gelernt haben, ihre Lernzeit besser einzuteilen, selbständiger zu arbeiten und mehr Verantwortung für sich zu übernehmen. Als der tägliche Schulbesuch und das Zusammensein mit der Schulgemeinschaft nicht mehr möglich war, wurde alles von Schülern, Eltern und dem Personal nochmals wertgeschätzt. Allen ein Dank für ihren Einsatz.

Vielen Dank für Ihre Zeit! Es war ein sehr informatives Gespräch!
Emily
Reporterin der Schülerzeitung „Einsteinchen“