Den Augenblick malen

Am 29.05.2024 unternahm die Klasse 5b einen Ausflug in das Museum Barberini. Nach der obligatorischen Taschenkontrolle fanden sich alle in den noch stillen Hallen des Potsdamer Museums ein. Um 9 Uhr am Morgen ist das Museum noch für den regulären Besucherverkehr geschlossen, so dass es sich anfühlte, als sei das Museum allein der Klasse vorbehalten. Nach dem Verstauen der Jacken wurden alle herzlich in der Ausstellung rund um den "Impressionismus" begrüßt.

Hier erfuhren die Kinder der Klasse spannende Informationen zum Künstler Monet, Sisley und Renoir. Im Unterricht wurden zuvor bereits impressionistische Bilder betrachtet. Diese Bilder nun jedoch in echt zu sehen, beeindruckte die Kinder sehr und es wurde immer wieder nachgefragt, ob das die "wirklich, echten Bilder seien". Auch vom Preis waren einige beeindruckt - immerhin war allein das eher weniger spannend wirkende Bild eines Heuschobers über 110 Millionen Euro wert, wie sie erfuhren.

Im Zuge der Betrachtung der Ausstellung erfuhren sie aber auch, dass die Künstler des Impressionismus meist in der freien Natur malten und ihnen sehr daran gelegen war, die Magie des Augenblicks einzufangen - samt Schatten- und Lichtverhältnissen und den Farben zu bestimmten Tageszeiten. Das nannte man "Pleinair"-Malerei (Freilichtmalerei) und war damals nur möglich, da zu dem Zeitpunkt die ersten Farbtuben erfunden worden waren, die das Malen an der frischen Luft erst möglich machten.

An der frischen Luft malten die Kinder am Ende des Rundgangs zwar nicht, aber im Atelier des Museums bekamen sie die Möglichkeit, die Schwierigkeiten der Künstler nachzuempfinden. Auf eine große Leinwand wurde ein Sonnenuntergang projiziert. Während in dem Video die Sonne langsam unterging, war es die Aufgabe der Schüler, die Farben und Lichter in raschen Strichen mit Kreide einzufangen. Vielen Kindern gelang dies bereits sehr gut. Allen wurde jedoch mit einmal bewusst, wie schnell so ein Sonnenuntergang eigentlich vorüber geht und wie wenig Zeit die Künstler damals wohl für ihre Werke hatten.

Alles in allem war es demnach ein spannender und lehrreicher Ausflug voller neuer Erkenntnisse.

Andrea Henschel (Kunstlehrerin der Klasse 5b)